Vier Wochen nach der CHALLENGE Roth stand für mich mit dem IRONMAN Hamburg die zweite Langdistanz innerhalb sehr kurzer Zeit auf dem Programm und die lief bekanntermaßen leider ganz und gar nicht so, wie ich mir das vorgestellt hatte…

“Wenn aus dem Ziel, ein Rennen gewinnen zu wollen innerhalb kurzer Zeit der Gedanke wird, einfach nur noch irgendwie anzukommen… Übelkeit und Magen-Darmprobleme (die Details erspare ich Euch…) haben es mir heute leider nicht möglich gemacht, weiter zu kämpfen, so wurde es ein langer Spaziergang. Glückwunsch an die Mädels auf dem Podium: Sarah, Katharina & Maja und Danke an mein Team & an jeden einzelnen da draußen für die aufmunternden Worte!”

Eigentlich wollte ich ein paar Tage nach dem Rennen in Hamburg als Nachtrag zu diesem Facebook-Post vom Renntag selbst, noch ein paar Worte schreiben, einen kurzen Rennbericht aus meiner Sicht, was da in Hamburg eigentlich los gewesen war… Nun sind schon vier weitere Wochen vergangen und die Vorbereitung auf den IRONMAN Italien ist bereits in vollem Gange.

Nach Hamburg haben mich sehr viele Nachrichten erreicht, wie toll ich gekämpft hätte und wie stolz ich sein könne, das Rennen zu Ende gebracht zu haben. Aber auch ein paar Nachrichten waren dabei, warum ich denn nicht aufgehört hätte, um es bei einem anderen Rennen zu versuchen und noch die Hawaii-Quali zu holen.

Auch, wenn ich alles andere als stolz über meine Leistung in Hamburg war, so haben mich die positiven Zusprüche natürlich sehr aufgebaut – vielen Dank dafür noch einmal an dieser Stelle!

Die Sichtweise bezüglich Hawaii bzw. die Einstellung zu einem „DNF“ hat mir hingegen doch etwas zu denken gegeben. Tatsächlich saß ich bei Kilometer 33 ca. zehn Minuten am Straßenrand und habe mich mit meinem inneren Engelchen und Teufelchen unterhalten – an Hawaii habe ich dabei jedoch keine Sekunde lang gedacht. Schon in dem Moment als ich mich hingesetzt habe, wusste ich, dass an dem Tag für mich das Wichtigste sein würde, nicht aufzugeben – auch wenn es ein paar Minuten gedauert hat, bis ich weiterwandern konnte… 😉

Hinfallen, Aufstehen, Krönchen richten, Weitermachen…

Ja, ich war enttäuscht. Sehr enttäuscht sogar – weniger jedoch über die “verpasste“ Hawaii-Quali, als vielmehr über den Rennverlauf in Hamburg selbst.

Dass ich mich schon auf dem Rad nicht gut fühlte und beim Laufen in der entscheidenen Rennphase nichts mehr entgegenzusetzen hatte, dass kurze Zeit später einfach gar nichts mehr ging, ohne dass ich eine Erklärung dafür hatte, die letzten Kilometer nur noch gehen und keine Nahrung mehr zu mir nehmen konnte… ich denke, die Enttäuschung ist nachvollziehbar.

Im Nachhinein war klar, dass – wie so oft – einfach sehr viele Kleinigkeiten zusammen kamen. Aber aus Fehlern lernt man ja bekanntlich am meisten…

Hawaii war in diesem Jahr nicht meine oberste Priorität, sonst hätte ich eine andere Saisonplanung mit einem Qualifikations-Rennen früh im Jahr gewählt. Die nationalen Rennen sind für mich als Mutter und uns als Familie deutlich einfacher zu organisieren und dies war in diesem Jahr aufgrund der Einschulung von Marlon noch einmal schwieriger als vorher zu Kindergartenzeiten…

Ich bin sehr froh und stolz darauf, wie gut das alles auch Dank meiner Familie und meines Teams klappt und auch wenn meine anfänglichen Bedenken bezüglich der neuen Situation sicher nicht unbegründet waren, so ist es schön festzustellen, dass man es manchmal schafft, sich selbst vom Gegenteil zu überzeugen. 🙂

Das Ziel mir der frühen Hawaii-Qualifikation habe ich nun für das Jahr 2019 fest im Blick und die erste Chance sogar bereits in knapp vier Wochen beim IRONMAN Italien.

Ab September ändert sich der Qualifikationsmodus bei den Profis, sodass die Qualifikation für die Weltmeisterschaft dann nicht mehr über die Weltrangliste läuft, sondern dann nur mit dem Sieg eines IRONMAN-Rennens garantiert ist. Das aktuelle System, das “Punktesammeln” über das ganze Jahr (Kona Pro Ranking), gibt es dann nicht mehr.

Ich bin gespannt, welche Entwicklung diese Änderung insgesamt mit sich bringen wird – vor allem auch, was das Thema “DNF” betrifft. Wenn es bei einem Rennen mal nicht rund läuft und man einen schlechten Tag erwischt hat, aber unbedingt nach Hawaii möchte… steigt man dann aus dem Rennen aus?!

Ich werde meine Einstellung zum “DNF” behalten und freue mich auf meine Chance in Bella Italia! 🙂